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Während man vor dreißig Jahren im ländlichen Gebiet noch massenweise auf kleine Bauernhöfe traf, die oft nur wenige Nutztiere hielten, prägen heute hauptsächlich Massentierhaltungen das Bild der Landwirtschaft.
Mit der Globalisierung verschwanden viele kleine Betriebe, denn die Bauern waren alleine durch den vermehrten Import von Tiererzeugnissen, gezwungen, entweder aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben oder den Betrieb deutlich zu vergrößern, um wirtschaftlich kostengünstiger zu „produzieren“. „Produzieren“ ist schon ein Wort, das traurig macht angesichts der Tatsache, dass wir hier von Produkten sprechen, die aus Tierhaltung gewonnen werden.


Die Ställe wurden platzsparender ausgefüllt, also mehr Tiere auf weniger Raum, und die „Produktgewinnung“ wurde immer mehr zur Massenabfertigung. Was natürlich auch eine Distanz in der Beziehung zwischen Bauer und Tier förderte. Das Tier war nicht mehr „die Gerda“ vorne im Stall, sondern plötzlich Nutztier 12345.
Zugegeben, in Deutschland hat sich in den letzten Jahren einiges getan für den Tierschutz, jedoch nicht unbedingt im Verständnis der Verbraucher. Noch immer wird in Deutschland nach dem Preis eingekauft und nicht unbedingt nach der Herkunft, was diverse Gründe hat; ob der Verbraucher nun stärker auf das Geld achten muss oder aufgrund mangelnder, vertrauenswürdiger Kontrollen und Kennzeichnungen so oder so nicht mehr erkennen kann, welche Produkte nun aus artgerechter Tierhaltung stammen und welche nicht. Bio ist nicht gleich Bio. Ist Freilandhaltung als Auszeichnung bei Eiern besser als Bodenhaltung, gleich oder gar schlechter? Oder sowieso alles Schmu?
Dass auch selbst unsere Behörden nicht mehr in der Lage sind, nachzuvollziehen woher überhaupt die Erzeugnisse stammen und was sich überhaupt in den verkauften Produkten befindet, hat sich spätestens mit dem Pferde-Lasagne-Skandal gezeigt. Das Hauptproblem ist, dass tierische Erzeugnisse häufig mehrere Landesgrenzen passieren, bis sie in Deutschland auf den Markt kommen.
Dass die Billigprodukte aus dem Ausland nicht nur eine wirtschaftliche Gefahr für die deutsche Landwirtschaft darstellt, sondern noch ganz andere Gefahren mit sich bringt, bleibt leider nicht aus. Tiere genießen im Ausland meist keinen solch hohen Stellenwert wie in Deutschland (der auch hierzulande deutlich besser sein könnte). Auch in Sachen Hygiene und Reinheit fehlt es leider häufig. Um trotzdem keine Einbußen beklagen zu müssen, wird nicht selten einfach mit etwas Antibiotika hier und etwas Spritzmittel da nachgeholfen. Beides hat erhebliche Konsequenzen für Umwelt, Tier und Mensch. Antibiotika helfen nicht mehr und Allergien sowie chronische Krankheiten sprießen nur so aus dem Boden.
Tiere werden massiv überzüchtet, was erhebliche Lebensqualität-Einbußen für die Tiere nach sich zieht. Viele Tiere werden daraufhin gezüchtet, möglichst schnell groß zu werden und möglichst ertragreiche „Ware“ zu „produzieren“. Hühner beispielsweise, die für die Schlachtung –also die Fleischgewinnung– gezüchtet werden, sind dermaßen überzüchtet, dass sie häufig unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Sie sehen in ihrem kurzen Leben kein Sonnenlicht, grasen nicht über saftig grüne Wiesen – sie werden oft so schlimm zusammengepfercht, dass sie sich noch nicht einmal vom Fleck bewegen können. Artgerechte Haltung scheint hier ein Fremdwort.
Das größte Problem hierbei sind nicht nur mangelende Tierschutzgesetze in Deutschland, sondern eben gerade auch in den Zuliefererländern. Wir haben keine Möglichkeit die Betriebe zu kontrollieren, ob sie zumindest unsere bestehenden Gesetze einhalten, da sie außerhalb des Zuständigkeitsbereiches unserer Republik liegen.
Warum werden nicht endlich Gesetze erlassen, die nicht nur die inländische Tierhaltung betreffen, sondern auf alle Einfuhrerzeugnisse greifen? Dass es Nachweise geben muss, dass Erzeugnisse, die in Deutschland auf dem Markt landen, aus oder von Tieren gewonnen werden, die nach deutschen Richtlinien gehalten werden. Es müssen dringend Behörden geschaffen werden, die dann damit beauftragt werden, unangekündigte Kontrollen durchzuführen. Markteigene Kontrollen sind nicht unabhängig und somit keine zuverlässigen Quellen. Wir brauchen auch eine Vereinheitlichung von Sigeln, die für die Endverbraucher auch überschaubar sind.
Dass die mangelnden Kontrollen von tierischen Erzeugnissen nicht nur eine Gefahr als importierte Nahrungsmittel darstellen, zeigt auch der jüngste Blutseren-Skandal, der Auswirkungen auf jahrelange Forschung im medizinischen Bereich hat und eventuell einen Skandal um verunreinigte Impfstoffe und Medikamente aufdecken wird.
Selbst Medien wie die Süddeutsche Zeitung prangern mittlerweile die schlechten Kontrollverhältnisse offen an:
„(…)Die zentrale Schwachstelle im Geschäft von Schlachtern und den Händlern von Fleisch und seinen Nebenprodukten sind mangelnde Kontrollen. Staatliche Stellen, die die Industrie überwachen sollten, sind in Deutschland und anderswo hoffnungslos überfordert. Ihre Kompetenzen enden hierzulande spätestens an der nächsten Landesgrenze. (...) Die Ware wechselt teilweise so häufig den Besitzer, dass am Ende kaum noch nachzuvollziehen ist, woher sie stammt. Und wer sich über Gesetze hinwegsetzt, kann davon ausgehen, dass dies ziemlich lange ungestraft bleibt. (...) Es ist höchste Zeit, umzusteuern. Mit wirksameren Kontrollen und erzwungener Transparenz. (...)"
(Kompletter Artikel: http://www.sueddeutsche.de/wissen/skandal-um-kaelberserum-empoerende-blutspur-1.2603774)
Was kann man nachhaltig dagegen tun?
Viele Bürger tendieren mittlerweile dazu sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, was wir auch begrüßen. Jedoch ist dies nur eine Änderung der eigenen Lebensverhältnisse, nicht aber die der Gesamtbevölkerung. Auch wenn die meisten Deutschen unserer Kenntnis nach für eine artgerechte Tierhaltung sind, wird dieser Wunsch von keiner zentralen Stelle nachhaltig verfolgt. Um hier wirklich etwas ändern zu können, braucht unsere Politik dringend eine nationale Opposition, welche die Interessen der Deutschen und nicht nur der Wirtschaft vertritt!

RNF Baden-Württemberg




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