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Ein Erlebnisbericht

 

eddaundirvingNachdem ich im Vorfeld schon bei zwei Veranstaltungen in Baden-Württemberg über das Gedenken an die Bombardierung Dresdens gesprochen hatte, fuhren wir – diesmal bereits am 5. Februar – nach Dresden, um wie seit vielen Jahren an den verschiedenen Aktivitäten des „Aktionsbündnisses gegen das Vergessen“ teilzunehmen.

Die Eingangsveranstaltung war ein Liederabend in Pirna, in dessen Anschluß ein kleines Gedenken an einem Denkmal für die Vertriebenen durchgeführt wurde.

Da am Samstag keine Aktion geplant war, besuchten wir im „Panometer“, dem ehemaligen Gaskessel, das Panorama „Dresden 1945“ von Yadegar Asisi. Von einer 15 Meter hohen Besucherplattform kann man das 30 Meter hohe Rundbild mit einem Umfang von 100 Metern ansehen, das das zerstörte Dresden nach den Bombenangriffen eindrucksvoll zeigt. Etwas unpassend war die Abbildung von zwei Hakenkreuzfahnen an einer Häuserruine, die sicher nicht den Feuersturm überstanden haben konnten – und danach hatten die Menschen sicher andere Sorgen, als eine Fahne aus dem Fensterloch zu hängen... Ganz und gar unmöglich, verlogen und verhetzend waren aber die Tafeln, an denen man vorbei mußte, um zu dem großen Rundbau zu kommen und die mit Teilwahrheiten und totalen Lügen vorgaukeln, der Krieg und Verbrechen seien vorher von Deutschland ausgegangen, sodaß der Luftterror nur eine Konsequenz davon war.

 

Am Sonntag, dem 8.2. wurden am Theaterplatz vor der Semperoper 200 blaue Luftballons in den Himmel geschickt mit einer Karte „Die Toten mahnen uns! Dresden 13. Februar 2015“, dem Motiv eines Flugblattes und der Aufkleber. Da in der Semperoper ein Konzert stattfand, erlebten viele Bürger, die gerade auf dem Weg dorthin waren, die Aktion mit.

Der Infostand am Vormittag des Montag, 9.2. auf dem vielbegangenen Platz vor der Altmarktgalerie forderte wegen des starken und kalten Windes, der auch den Infostand umwarf und mehrmals gefährdete, und dem leichten Nieselregen schon einige Standfestigkeit der teilnehmenden Kameraden. Aber man kam auch mit so manchem Bürger ins Gespräch und erfuhr Anerkennung für das würdige Erinnern und Empörung über die offizielle Verharmlosung und schamlose Minderung der Opferzahlen.

Da wir nun schon mal in Dresden waren, wollten wir natürlich am Abend die berühmt gewordene Pegida erleben. Schon am Sonntag hatte sich die Abspaltung davon unter Kathrin Oertel getroffen – es sollen nur etwa 200 Teilnehmer gewesen sein. Nach den internen Querelen war es nicht verwunderlich, daß am Montag auch „nur“ etwa 2500 Menschen vor der Frauenkirche zusammenkamen. Aber die Stimmung war sehr gut, man konnte sich mit den Nebenstehenden gut unterhalten und war gleicher Meinung. Die selbstgemalten Schilder und Transparente machten die Kritik vor allem an „Gauckler“ und Merkel sehr deutlich und an anderen aktuellen Themen. Die Reden hielten Lutz Bachmann, Tatjana Festerling (AfD) (ziemlich deutliche Worte) und Götz Kubiczek von der Legida, die an diesem Tag verboten war. Eindrucksvoll waren die Reaktionen der Zuhörer mit Rufen wie „Wir sind das Volk“, auch mal „Lügenpresse“ und Pfiffe und Buhrufe, wenn die Schandtaten von Merkel, Gauck und Co. angeprangert wurden. Für uns irritierend, aber sicher ein kluger Schachzug war, daß Bachmann am Ende einen langen Brief eines alten jüdischen Ehepaares („Holocaust-Überlebende“) vorlas, in dem die beiden behaupteten, daß die Judenschaft Deutschlands Pegida unterstützen würde.

Am Dienstag, dem 10. 2. legten wir am großen Gedenkstein am Heidefriedhof, wo die Asche der am Altmarkt Verbrannten und Tausende weitere Bombenopfer beigesetzt wurden, ein Gesteck nieder. Abends nahmen wir noch am Stammtisch des NPD-Kreisverbandes teil.

Da am Mittwoch, dem 11. 2. erst am Abend eine Filmvorführung auf dem Programm stand, folgten wir der Einladung des Mannes, der vor der NPD 10 Jahre lang den Trauermarsch organisiert hatte, und machten einen privaten Ausflug in die Sächsische Schweiz. Abends wurde dann im JN-Treff ein Film gezeigt, in dem es um die Zahlenfrage und um die verschiedenen Gedenkarten, u.a. mit einem Interview mit Maik Müller, dem Organisator der Gedenkwoche, und dem NPD-Funktionär Arne Schimmer, aber auch einem Vertreter von „Dresden nazifrei“, ging.

Am Donnerstag, dem 12. 2. verteilten wir in unserem Stadtteil die restlichen Flugblätter, die NPD unternahm nachts eine Plakatieraktion in der Stadt. Auf der Elbe schwammen wieder Lichter zum Gedenken an die Opfer.

Freitag, der 13.2. stand natürlich ganz im Zeichen des Gedenkens. Als wir in unserem Stadtteil an der Hauptdurchgangsstraße ein Bild mit den Ruinen aufstellten und eine Kerze entzündeten, schloß sich uns ein Mann an, der aus Franken gekommen war und jedes Jahr ein Gebinde zum Andenken an sein Kindermädchen niederlegt, das damals Opfer des Bombenterrors geworden war. Mittags flog ein Flugzeug mit einem Gedenk-Spruchband über die Stadt. In der Stadt erlebten wir die Frechheit zweier junger Antifanten, die das stille Gedenken alter Dresdnerinnen am Altmarkt provozierten. In der Frauenkirche hetzte der Bundes-Gauckler vor handverlesenem Publikum, das nur mit persönlicher Einladung und nach Vorzeigen des Personalausweises in die Kirche gelassen wurde. Abends bildeten die Gutmenschen ihre Menschenkette um die Stadt. Wie jedes Jahr stellten nachmittags und abends viele Menschen Kerzen vor der Frauenkirche und am Neumarkt auf. Allerdings wurden zwei Kerzen, an denen der Gedenkaufkleber klebte, wieder entfernt. Erschütternd war es, beim Geläut der Glocken zur Angriffszeit zusammen mit Hunderten schweigender Menschen vor der Frauenkirche zu stehen in Gedanken an das fürchterliche Geschehen vor 70 Jahren genau zu dieser Zeit. –

Die Linken hatten wohl damit gerechnet, daß an diesem Tag der Trauermarsch stattfinden würde. So hatten sie auf eine Mauer mit großen Buchstaben gesprüht „13./14.2. Nazis blockieren“ – es gab aber nichts zu blockieren! Und der Zirkus, den die verhetzten Linken in der Stadt abzogen, war auch nur sehr gering.

Am Samstag, dem 14.2. erlebten wir einen Höhepunkt: David Irving war nach 22 Jahren wieder nach Dresden gekommen und sprach zu uns. Das Einreiseverbot in die BRD war erst vor kurzem vom Gericht aufgehoben worden, weil es gegen EU-Recht verstößt. Er nahm dann am Sonntag, dem 15. 2. an der Kranzniederlegung der NPD am Heidefriedhof teil und sprach dort auch ein paar Worte. Wir begleiteten Irving zum Mittagessen und kleinem Stadtrundgang. Er hatte die wieder aufgebaute Frauenkirche noch nicht gesehen und blieb immer wieder in Gedanken versunken stehen.

Der diesjährige Trauermarsch fand bewußt am 15. Februar statt, gingen doch die Angriffe vom 13. bis 15. und die ausgebrannte Frauenkirche stürzte am 15. zusammen. Der Treffpunkt war am Theaterplatz, daneben brüllten die Linken. Begrüßt werden konnten auch Teilnehmer aus Norwegen, den Niederlanden, Tschechien und der Slowakei, Italien, Griechenland, der Schweiz und Österreich. Nachdem alle erwarteten Teilnehmer – über 500 – eingetroffen waren, ging der Marsch los, vorbei am Taschenbergpalais und dem Kulturpalast, auf der Wilsdruffer Straße am Altmarkt entlang auf die große Petersburger Straße. Dort gab es mehrere Stockungen, bis die Polizei die Blockierer entfernt hatte. Die Beamten, viele aus Mecklenburg-Vorpommern, griffen entschieden durch und sollen z.B. eine Frau ins Gebüsch geworfen haben. Wir sahen, daß sie einen Mann im Schwitzkasten hatten. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde wohl nichts auf uns geworfen. Als der Weg zur Schlußkundgebung am Hauptbahnhof nicht zu räumen war, konnten wir eine große Strecke hinter dem Bahnhof gehen, sodaß die Absicht der Blockierer, unseren Weg zu hindern, ins Gegenteil umschlug – wir konnten weiter gehen als geplant! Am Bahnhof ging der Trauermarsch mit Reden von Maik Müller, einem Österreicher und einem Italiener und dem Absingen der drei Strophen des Deutschlandliedes zu Ende. Die Polizei schützte Teilnehmer sowohl auf den Anmarsch als auch auf dem Rückweg.

 

Edda Schmidt

RNF BaWü




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