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Heute jährt sich der Aufstand vom 17. Juni zum 61. Mal. Dieser Volksaufstand war die erste Massenerhebung im Machtbereich der Sowjetunion überhaupt. Er ist eines der Schlüsselereignisse, die den Verlauf der deutsch – deutschen Geschichte bis zur Einheit im Jahr 1990 maßgeblich mitbestimmt haben.

Die Vorgeschichte

Der Volksaufstand der Arbeiter in der damaligen DDR hat eine Vorgeschichte – und weitreichende Folgen.
Archiven nach beginnt alles im April 1952, als sich die SED – Spitze (Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Walter Ulbricht) in Moskau mit Stalin trifft.

In einem Gespräch am 7. April teilt der Kremlführer seine Ansichten mit. Die Anfang April vorgegebenen Ziele lauten: Aufbau einer Armee und Rüstungsindustrie, Sicherungsmaßnahmen an der deutsch – deutschen Grenze, Kollektivierung und der Aufbau des Sozialismus.


Etwa zeitgleich wird im Bundestag die Wiederherstellung der deutschen Einheit in einem freien und geeinten Europa als das oberste Ziel der bundesdeutschen Politik erklärt.

Über ein Jahr lang reihen sich solche Ereignisse aneinander.

Am 2. Juni beschließt dann der Ministerrat der UdSSR die Verfügung "Maßnahmen zur Gesundung der politischen Lage in der DDR". Damit wird der im April 1952 von Stalin veranlasste politische Kurs (Kollektivierung, Aufrüstung, beschleunigter Aufbau des Sozialismus) von der neuen Kreml-Führung wieder zurückgenommen. Die SED-Führung wird zu einer grundlegenden politischen Kehrtwendung aufgefordert: Das Tempo beim Aufbau des Sozialismus ist deutlich zu drosseln. Das neue Maßnahmenpaket wird am 11. Juni offiziell als "Neuer Kurs" verkündet. Es werden Fehler gegenüber den Einzelbauern, Selbständigen, Intellektuellen und der Kirche eingestanden.

Die Frage der Normerhöhung findet keine Berücksichtigung.

Dadurch wächst in den Tagen nach dem 11. Juni maßgeblich der Unmut unter den Arbeitern. Am 16. Juni demonstrieren die Ostberliner Bauarbeiter und am 17. Juni bricht der Aufstand schließlich im ganzen Land aus.

Der blutige Verlauf

Parteihäuser gingen in Flammen auf, Haftanstalten wurden gestürmt und die Gefangenen befreit. Einige „Volkspolizisten“ warfen demonstrativ ihre Uniformjacken weg und mischten sich unter Beifall unter die Demonstranten. Unter Beschuß, aber tosendem Applaus, wurde die verhaßte rote Fahne vom Brandenburger Tor geholt.

Der Aufstand vom 17. Juni 1953 erfaßt über 400 Orte und rund 600 Betriebe in der DDR, landesweit beteiligten sich mehr als eine halbe Million Menschen.
Die sowjetischen Stadtkommandanten verhängen in 167 von 217 Landkreisen und Städten den Ausnahmezustand.

Das sowjetische Militär schlägt mit Hilfe der Volkspolizei die Erhebung blutig nieder. Die Militärbesatzer der BRD sahen dabei zu, wie 267 Demonstranten, 116 Volkspolizisten und SED Parteifunktionäre getötet wurden.
Mehr als 1000 Sowjetsoldaten wurden wegen Befehlsverweigerung in kommunistische Konzentrationslager verschleppt.
Viele Deutsche, darunter SED Parteifunktionäre,Volkspolizisten und Demonstranten wurden sowie einige Sowjetsoldaten standrechtlich erschossen.

Nach dem 17. Juni wurden noch 14 weitere Todesurteile vollstreckt. Weiterhin wurden von den über 5000 der verhafteten Demonstranten ca. 1200 zu insgesamt 6321 Jahren Gefängnis, Arbeitslager und Zuchthaus verurteilt.
Außerdem wurden 1756 Personen aus dem SED Partei- und Militärapparat verhaftet. Davon wurden noch einmal nachträglich, bis zum Sommer 1955, ungefähr 630 Freiheitsstrafen ausgesprochen.

Die SED bezeichnete den gescheiterten Aufstand als „faschistischen Putschversuch“. Viele DDR – Bürger zogen daraus ihre Konsequenzen und wanderten in den Westen ab, so daß sich die DDR – Führung 1961 dafür entschied, die Mauer zu errichten, die Grenze zum Westen abzuschotten und so die Gesamtbevölkerung zu Gefangene des Ostblocks zu machen.

Die folgenden Ereignisse in Ungarn von 1956 und in der Tschechoslowakei von 1968 zeugen davon, daß der Sozialismus auch nach dem berichteten Arbeiteraufstand der Bevölkerung in Osteuropa nur mit Gewalt aufgezwungen werden konnte.


Der 17. Juni ist und bleibt für uns ein Nationaler Gedenktag

In Gedenken an den Aufstand in der DDR war der 17. Juni als Tag der Deutschen Einheit mit Gesetz vom 4. August 1953 ein gesetzlicher Feiertag in der damaligen BRD.
Im Jahr 1963 wurde er dann zum Nationalen Gedenktag ausgerufen.
Mit Inkrafttreten des Einigungsvertrages vom 29.September 1990 wurde das Datum der Wiedervereinigung auf den 3. Oktober verlegt. Somit erledigte sich der 17. Juni als gesetzlicher Feiertag.

Am 17. Juni 1953 haben sich die Menschen in der DDR erhoben. Sie haben sich gegen die staatliche Unterdrückung gestellt. Viele tapfere Männer und Frauen verloren durch den Aufstand ihr Leben. Wir sind verpflichtet an diese mutigen Taten zu erinnern. Der Nationale Freiheitskampf zählt damals wie heute. Und deshalb behält der 17. Juni für uns seinen Status als Nationaler Gedenktag.

 

Ricarda Riefling




© 2014 Ring Nationaler Frauen.