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„Mit Conchita Wurst triumphieren Toleranz und Menschenrechte beim Eurovision Song Contest. Der Erfolg der bärtigen Lady ist nicht nur ein Sieg für Österreich, auch für ESC-Fans und Homosexuelle“ so jubelt heute ein gewisser Herr Maier auf Stern.de.

 

Klären wir erstmal Grundsätzliches: Conchita Wurst ist ein Mann namens Thomas Neuwirth, der aufgrund von Veranlagung und Neigung singt, und zwar in Frauenkleidung. Und ESC steht natürlich nicht für die beliebte Escape-Taste oben links auf der Tastatur, sondern für Eurovision Song Contest, eine Veranstaltung, auf der mehr oder weniger bekannte Sänger meist in englisch meist völlig belanglose Liedchen trällern.

Keine Ahnung, wer sich das freiwillig und aus Interesse ansieht – angeblich sollen es Millionen sein – und na ja, außer ABBA und Udo Jürgens haben in den vergangenen Jahren auch andere Künstler diesen Preis bekommen. Auch wenn mir die Kriterien nicht ganz klar sind, vermute ich mal, wegen Interpretation und Stimme, vielleicht auch noch „Ein bisschen Frieden“ – wegen des Inhaltes.

Nun aber haben wir den Präzedenzfall, dass „Toleranz und Menschenrechte“ gesiegt haben, „Europa“ hat wieder mal ein Zeichen gesetzt. Eine bärtige Wurst, von Stern.de schon als „Kaiserin“ gefeiert, hat den ESC 2014 gewonnen.

 

Damit könnte man es bewenden lassen und achselzuckend zur Tagesordnung übergehen – zum Beispiel ist heut zufällig Muttertag (auch Herr Neuwirth hat eine Mutter, die jetzt bestimmt verdammt stolz auf ihr Jungchen ist) und ich möchte mich ja auch noch ein wenig feiern lassen, aber da es um Toleranz und Menschenrechte geht, noch einige Worte zu den „Zeichen“, den dieser Sieg für Österreich setzt.

„Mit Wurst siegt nicht nur eine Lady mit Bart, sondern eine Missionarin für die Rechte von Schwulen und Lesben. "Sie ist unsere Siegerin", sagen viele homosexuelle ESC-Fans voller Stolz. Sie ist die Kämpferin für Menschenrechte, für Liebe, Frieden, Akzeptanz und Toleranz.“ jubelt der bereits zitierte Herr Maier auf stern.de weiter.

Um welche Rechte es hier genau geht, verschweigt uns Herr Maier. Das Recht, allen Heteros mit ihren schwulen Befindlichkeiten auf die Nerven zu gehen vielleicht? Und Toleranz? Wenn ich das Wort „Toleranz“ wäre, hätte ich mir schon längst einen anderen Planeten gesucht – oder zumindest vorm EuGH eine Missbrauchklage angestrengt oder so. Aber Toleranz gehört zum Standardrepertoire des guten Europäers, deshalb werden wir auch einen bärtigen Mann in Frauenkleidern erdulden/ertragen müssen.

Die Zeichen, die dieser Sieg der Wurst setzt, sind jedenfalls klar: „Europa“ hat sich vor lauter Toleranz zum Affen gemacht. Oder zur Wurst.

Damit ist das Thema für mich durch, Stellungnahmen des ZdJ´s und des Zentralrates der Muslime sind wohl eher nicht zu erwarten und in einem halben Jahr wird auch sonst niemand mehr von dieser Wurst-Kaiserin sprechen. Seien wir also tolerant und lassen der Wurst ihr kurzes Glück in der irrealen Welt des ESC. Wir haben Wichtigeres zu tun.

Schönen Muttertag!

 

 

 

Kommentar Gitta Schüßler




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