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Über Osterbräuche, deren Herkunft und Bedeutung haben wir in der Deutschen Stimme schon mehrfach berichtet. Deswegen wollen wir uns diesmal mit verschiedenen Techniken des Verzierens der Ostereier beschäftigen.

Man kann natürlich die industriell gefärbten gekochten Eier bei Aldi o.ä. Supermärkten kaufen. Sinnvoller und schöner ist es aber, die Eier in alten Techniken selbst zu verzieren. Das Bekannteste und relativ einfach ist das Bemalen, das man auch schon mit kleineren Kindern machen kann. Wenn sie noch an den Osterhasen glauben, kann man ausgeblasene Eier dazu verwenden und sie auf einen Strauß von Zweigen mit Weidenkätzchen oder den ersten Blättchen hängen.

 

In vielen Orten gibt es Osterausstellungen oder Ostermärkte, wo man kunstvoll behandelte Ostereier sehen kann. Nicht alles wird man selbst können, aber einige alte Techniken kann man probieren. Und wenn es nicht gleich so klappt wie auf dem Ostermarkt gesehen: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Übung machte den Meister! Die Eier sollten fettfrei sein. Daher kann man rohe und ausgeblasene vor dem Färben mit Essig oder einem Waschmittel reinigen.

 

 

Reserve-Technik: Kleine Blättchen werden auf das Ei gelegt und mit einem Stück Nylonstrumpf befestigt, den man am Ende zubindet. Dabei darauf achten, dass man ihn beim Binden möglichst fest zusammenzieht, damit das Blättchen fest auf das Ei gedrückt ist. Die Eier kann man mit gekauften Eierfarben färben oder in einem Sud aus Zwiebelschalen (dafür muß man weiße Eier nehmen) oder mit Walnuß-, Blauholz- oder Krappsud färben. Danach den Strumpf und die Blättchen entfernen. An der Stelle, wo die Blättchen gewesen sind, hat das Ei die Farbe nicht angenommen. Diese Technik ist relativ einfach.

 

Wachs-Batik ist die älteste und am weitesten verbreitete Technik. In eine halbe Kartoffel steckt man einen gebogenen Esslöffel, in dem man über einem brennenden Teelicht ein Gemisch aus Bienenwachs und Paraffin erwärmt. Das Wachs darf nicht kochen. Auf das rohe Ei trägt man mit einer dünnen Stahlfeder das Wachs auf das Ei auf. Man kann auch eine größere Stecknadel in ein Hölzchen stecken und damit Punkte auftragen oder die Spitze einer (Gänse-)Feder in verschiedene Formen schneiden. Da das Wachs schnell erkaltet, muß man schnell arbeiten und oft eintauchen. Das so vorbereitete Ei darf nur in mäßig warme Farbe getaucht werden, da sonst das aufgetragene Wachs schmilzt. Auf den Stellen mit Wachs nimmt das Ei die Farbe nicht an. Wenn die Farbe getrocknet ist, kann man den ganzen Vorgang wiederholen. Man beginnt mit einer hellen Farbe, die dunkelste kommt zum Schluß. Am Ende entfernt man das aufgetragene Wachs, an dessen Stellen dann die jeweiligen Farben zu sehen sind.

 

Ätzen: Wenn man ein gefärbtes Ei in einen Ameisenhaufen legt, wird es durch deren Säure natürlich gescheckt. Ansonsten trägt man mit einer Schreibfeder oder einem Zahnstocher zu einem Drittel verdünnte Salzsäure auf das Ei auf. In dieser Technik kann man auch gut Sprüche und Wünsche auf das Ei schreiben. Mit einem weichen Tuch muß man die Säure schnell wieder abtupfen. Beim Färben mit manchen Naturfärbemitteln ist das Ätzen schwieriger, Lebensmittelfarben eignen sich hier besser, da sich die Farbe leichter wegätzen lässt. Vorsicht - die Säure kann auch die Finger ätzen, ebenso greift sie die Feder an. Deswegen ist diese Technik für Kinder nicht zu empfehlen.

 

Kratzen: Dafür sind kräftigere Eier besser. Mit einem harten, spitzen Gegenstand (Messer, Feile, Bohrer, Nadel und Nägel mit Kork oder Holzgriffen) kratzt man die Farbe weg. Mit dieser Technik kann man feinere Muster herstellen, sie erfordert aber viel Geduld.

 

Applikationen = Aufkleben verschiedener Materialien:

Binsenmark: auf sumpfigen Wiesen und an Bächen wachsen Binsen (bis zu 50 cm hohe Stengel), deren Mark man herauslösen kann, indem man am unteren Ende zwei Stecknadeln überkreuz einsticht, sie nach oben zieht und damit das Mark aus der grünen Hülle befreit. Dieses Mark kann man auf das (gefärbte) Ei kleben, in Spiralenformen, geraden Linien oder in Windungen um das Ei. Das Mark bricht aber leicht. Es empfiehlt sich, die Binsen vor der Verarbeitung ins Wasser zu stellen. Diese Technik ist im Odenwald verbreitet.

Stroh: Strohhalme wässern, aufschneiden und bügeln. Aus dem flachen Stroh schneidet man Rhomben, Rechtecke, schmale Streifen oder andere Formen, mit denen man auf dem Ei Muster zusammenstellen kann. Die Strohteile werden mit Pinzette auf das Ei geklebt und vorsichtig angedrückt.

Scherenschnitte, Bildchen oder Körner, schmale Borten kann man auch auf die Eier kleben.

 

Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten, Eier zu verzieren. Etliche erfordern aber sehr viel Können. Für den Anfang sollen die hier beschriebenen Techniken reichen. Man kann die so verzierten (gekochten oder ausgeblasenen) Eier verschenken oder damit einen Osterstrauch oder Osterbaum behängen.

 

Viel Spaß und Erfolg

 

wünscht

 

Edda Schmidt




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