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Von Sonnwendfeiern wird uns schon in alten Schriften berichtet, z.B. dem Nibelungenlied, von Hans Sachs o.a. Noch heute gilt sie als Hauptfest im Jahreslauf und wird an besonderen Orten wie den Externsteinen oder auf Bergen mit großen Feuern gefeiert, die nach Einbruch der Dunkelheit entzündet werden. Vielerorts wurden Feuerräder die Berge hinunterrollen gelassen oder brennende Scheiben durch die Luft geschlagen.

Das Feuer hat reinigende Kraft und bringt Segen, z.B. für die Fluren, über die die Räder rollen oder die Scheiben fliegen. Früher trieb man das Vieh durch das niedergebrannte Feuer und nahm ein Scheit davon mit nach Hause, um das vorher gelöschte Herdfeuer damit neu zu entfachen. Noch heute springen die Burschen mit einem Spruch übers Feuer und die Paare, die sich fürs Leben versprechen. Resten des Sonnwendfeuers schrieb man heilende Wirkung zu, sie sollten die Felder vor Hagel, das Haus vor Blitzschlag  und den Garten vor Ungeziefer schützen und den Feldern Fruchtbarkeit vermitteln.

In Süddeutschland von den Ardennen bis Oberkrain ließ man auch brennende Lichter die Bäche und Flüsse hinunterschwimmen, in Norddeutschland brennende Teertonnen ins Meer treiben.

Bei allen indogermanischen Völkern finden wir die großen Feuer, die glühenden Scheiben und die drehenden Räder als Sinnbild der Sonne. Die Nordvölker nahmen auf ihren Wanderungen ihre Sitten und Bräuche mit, sodaß wir sie auch überall dort finden, wohin Germanen gewandert sind.

Das Sonnwendfeuer, das wir heute mit Fackeln entzünden, wurde ursprünglich mit Stahl und Stein geschlagen oder durch Reibung entfacht. Das Holz zum Sonnwendfeuer wurde mit Liedern und Sprüchen bei den Bewohnern im Ort gesammelt. Da die Sonnwendfeier ein Fest der Gemeinschaft ist, war es selbstverständlich, daß jeder seinen Teil dazu beitrug. Gelegentlich wird dieser Brauch in kleinen Orten noch heute gepflegt. Allerdings sind die oft von örtlichen Vereinen organisierten „Johannisfeuer“ vielfach nur zu einer Volksbelustigung mit kräftigem Alkoholkonsum verkommen; der eigentliche Sinn ist verlorengegangen.

Der Feuerstoß wird meist in Meilerform aufgebaut. Oftmals wird in der Mitte eine Stange errichtet, auf der – wie auf der Queste im Harz – ein senkrecht befestigter grüner Kranz ein Radkreuz (als Symbol der Sonne) bildet. In den skandinavischen Ländern, vor allem in Schweden, wird dieser „Mittsommerbaum“ nicht im Feuer verbrannt, sondern bleibt das ganze Jahr stehen. Das „Mittsommerfest“ wird dort allerorten noch groß gefeiert, von allen gemeinsam, mit Volkstanz von Ort zu Ort und durch die ganze Nacht, in der in diesen Breiten ja die Sonne gar nicht ganz untergeht.

Der Sinn des Sonnwendfeuers liegt in der Achtung vor dem ewigen Gesetz des mächtigen Schicksals, in der Dankbarkeit zu der lebensspendenden Macht des Feuers und der Sonne. Sie geben uns Wärme und Kraft. Frucht und Vieh gedeihen nun, es beginnt die Zeit der Fülle in der Natur. Für uns Menschen sollte dies Ausdruck finden in kraftvoller Bewegung in Licht und Luft.

Neben dem Feuerbrauchtum gab es noch andere Bräuche:

Kräuterbündel aus oft 7 oder 9 (alte, heilige Zahlen) verschiedenen bestimmten Kräutern wurden am Feuer geweiht und sollten Blitzschlag von Haus und Hof abwenden. Zu diesem Kräuterbündel gehört der Holunder, der Strauch der Frau Holle (in Österreich „Holler“), der zu dieser Zeit blüht. Die Blütendolden werden gern gebacken und als Festspeise gegessen. Der Holunderstrauch durfte bei keinem Bauernhaus fehlen – man schrieb ihm heilbringende und Unheil abwehrende Wirkung zu. Blüten und Beeren werden heute noch in der Naturheilkunde verwendet. Die Zusammensetzung des Kräuterbündels war landschaftlich verschieden: Heilkräuter wie Kamille („Donnerbraue“), Johanniskraut („Sonnwendkraut“) – Kränze aus seinen Blüten schmückten das Haus und die Mädchen -, Schafgarbe, Wegerich, Brennessel, Hauswurz („Donnerbart“), Arnika, Baldrian, Tausendgüldenkraut, Beifuß, Wermut, die Königskerze und Wacholder , deren heilende Wirkung bis heute geschätzt wird, in Kärnten auch Maßliebchen („Sunnawendradl“). Bei schweren Gewittern wurden dann Kräuter aus diesem Kräuterbündel im Herd verbrannt. Durch das Verbrennen und die Rauchentwicklung wird tatsächlich die Leitfähigkeit der Luft verändert, sodaß es sich dabei nicht nur um sinnbildliches Tun handelt. Die heute noch von der Kirche vorgenommene Kräuterweihe an „Mariae Himmelfahrt“ („Mariae Wurzweih“) am 15.8. kann verschobenes Brauchtum der Sonnenwende sein, aber auch an der späteren Blüte einiger Pflanzen liegen.

Das Lebensbaum-Brauchtum findet Ausdruck in Kranz und Rad, die im nordischen Lebensbereich seit uralten Zeiten Sinnbild der Unendlichkeit des Lebens und noch in den Feuerrädern, am Maibaum, als Erntekranz und Vorweihnachtskranz (Adventkranz) sowie in den Sippenfeiern als Brautkranz oder den Kränzen bei der Beerdigung und Totengedenken erhalten sind. Im Salzburgischen trägt man „Prangstangen“ über die Felder, und im Odenwald werden beim „Sommertagsumzug“ Haselstecken mitgetragen, die mit immergrünen Zweigen, Äpfeln und Brezeln geschmückt sind. Brezeln wie der Kranz und Spiralen sind Sinnbilder der Unendlichkeit, während Äpfel und Eier Symbole der Fruchtbarkeit darstellen. Solche Lebensbaumbräuche finden sich vom Frühlingsbeginn bis in den Mai und zu Pfingsten.

Wie schon zu Ostern wurden mancherorts Brunnen mit grünen Zweigen, Blumen und Eiern geschmückt, waren unseren Vorfahren doch Quellen und Brunnen heilige Stätten. Um Brunnen und Hügel fanden Ritte statt, so wie beim Tod berühmter germanischer Helden ihre Grabhügel umritten wurden. Aus Freude der indogermanischen Völker am Wettkampf entwickelten sich Kampf- und Reiterspiele, wie sie heute noch im Maibrauchtum erhalten sind (z.B.Pfingstritte). Zeugnisse davon sind die Rennbahnen in der Nähe berühmter Sonnenheiligtümer wie Stonehenge oder den Externsteinen. Zu diesen Kampf- und Reiterspielen gehören z.B. Ringstechen, Tonnenabschlagen und Vogelschießen. Manche sind noch hauptsächlich als Kinderspiele erhalten wie Sackhüpfen oder Topfschlagen, wie auch uralte Kulttänze und Tanzspiele herabgesunken sind zu Kinderspielen und so überlebt haben.

Die Sonnenwende ist die Hoch-Zeit des Jahres. Aber wie in allen großen Höhepunkten klingt auch hier ein wenig Wehmut mit, wissen wir doch, daß nun der Lauf der Sonne wieder bergab geht. Sonnwendtag ist auch Lebenswendtag: wir dürfen uns nicht behaglich in der Fülle niederlassen, sondern müssen wie die Sonne weiterschreiten im Auf und Ab des Lebens. Tag und Nacht, Sommer und Winter, Licht und Dunkel, Leben und Tod, Sieg und Untergang berühren und ergänzen sich und sind Naturgesetz.

Das Alte stirbt, das Junge wächst nach. Das erleben wir auch in der Gemeinschaft am Sonnwendfeuer. Wenn wir in die zum nächtlichen Himmel lodernden Flammen blicken, können wir Rückschau, aber auch Vorschau halten. Wir wollen unsere Fehler und Schwächen, Uneinigkeit und Mißtrauen, die Lüge, Trägheit und Feigheit, Selbstsucht und Miesmacherei ins reinigende Feuer werfen und der Vernichtung preisgeben. Wie ein Feuerbesen soll es durchgreifen und uns von allem seelischen Gerümpel befreien. Jeder gebe sich dabei Rechenschaft über sein bisheriges Leben und gelobe Ehre, Wahrheit, Mut und Treue – dem eigenen Wesen, den Kameraden, den Toten, unserem Volk; Disziplin, freiwillige Unterordnung der eigenen Interessen unter die des Volkes. Aus dem Feuer wollen wir die Kraft nehmen. Charakter gepaart mit Können ist die Voraussetzung, den Lebenskampf zu bestehen. Das Feuer soll unseren Willen stählen, die Wehrhaftigkeit des Herzens gegen Bequemlichkeiten („Spaßgesellschaft“) und Leidenschaften. Das Feuer war schon immer Zeichen des brüderlichen Zusammenhalts, z.B. als Lagerfeuer, Hirtenfeuer oder im häuslichen Herd. Wie die Flamme mit Macht zum Himmel schießt, so soll sie auch uns zusammenschmieden für den Kampf für unser Volk. Es sei uns ein Zeichen, das uns eint – sind wir doch verbunden  durch ein Blut, ein Schicksal. Das Feuer soll uns für alles, was gut ist, begeistern. Wir wollen die Vergangenheit achten, die Bräuche der Ahnen pflegen, der Toten gedenken, wie dies zu allen großen Festen im Jahres- und Lebenslauf gehört. Wie die Flammen wollen wir unseren Glauben durch Nöte, Kampf und Zweifel tragen und mit ihm mit kraftvollem Willen nach oben und vorwärts streben.

Edda Schmidt, RNF BaWü

Wer noch mehr über die Sonnenwende wissen möchte oder Feierbeispiele, Sprüche und Lieder sucht, kann  das im AK Kultur der NPD von Edda Schmidt herausgegebene Heft „Sonnwendfeier – Praktische Hilfe zur Durchführung von Feierstunden“ bestellen (bei der Herausgeberin selbst –Postfach 8, 72402 Bisingen oder der Deutschen Stimme )




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